The Roots
»There's still plenty of things that we have not done.«
Max vom 10.06.2010

Jeder, der sich ein wenig mit Rap befasst, wird an ihnen nicht vorbei kommen. 1987 von dem MC Tariq Trotter und Schlagzeuger Ahmir Thompson nach geschlossener Freundschaft auf der Philadelphia High School for Creative Performing Arts gegründet, haben sich The Roots im Laufe der Jahre und ihrer acht Studioalben, sowie diverser Besetzungswechsel zu einer der einflussreichsten Gruppen im Rapgeschehen entwickelt. Als Pioniere des „Organic Hip Hops“, einer Mischung aus Rap und Jazz, haben sie zahlreiche andere Künstler inspiriert und erhielten sogar für Things Fall Apart (1999) und Phrenology (2002) je ein Mal den Goldstatus in den USA. Nun ist ihr neuntes Studioalbum für den 22. Juni angekündigt.



Nach der Gründung begannen die beiden Klassenkameraden Black Thought und Questlove, so die Künstlernamen von Tariq und Ahmir, in der Umgebung von Philadelphia und New York City mit dem Bassisten Leonard „Hub“ Hubbard und dem Rapper Malik B. herumzutouren. 1993 veröffentlichten die vier dann unter dem Namen The Square Roots ihr erstes Album Organix, um bei Konzerten in Europa promoten zu können.
Ein Jahr später wurde die From The Ground Up EP releast - mit einem Plattendeal bei dem Majorlabel Geffen Records, welches heute Teil der Universal Music Group ist, in der Hand.
Mit ihrem folgenden Album Do You Want More?!!!??! konnte die Gruppe dann erstmals ein etwas breiteres Publikum auf sich aufmerksam machen, in Folge dessen durften sie auch auf dem Montreux Jazz Festival auftreten. Der Beatboxer Rahzel und der Producer Scott Storch, beide bis dahin Tourgäste von The Roots, traten der aufstrebenden Formation bei.

Nachdem ihr 1996 erschienendes Album Illadelph Halflife es bereits in die Top 40 der Billboardcharts geschafft hat und 2 der Singles in die MTV-Rotation kamen, folgte mit Things Fall Apart der endgültige Durchbruch der Roots. Das nach einem Roman von Chinua Achebe benannte Album verkaufte sich mehr als 500.000 Mal in den Vereinigten Staaten und bescherte den Jungs um Black Thought und Questlove damit eine goldene Schalplatte, auch den Grammy Award für die beste Performance als Duett oder Gruppe konnten The Roots für ihren Song You Got Me beanspruchen.
Nach dem Erfolg wuchs der Druck und einige Mitglieder von The Roots verließen die Formation, unter anderem das langjährige Mitglied Malik B. Ende 2001 durften The Roots Jay-Z bei einem Unplugged-Konzert auf MTV helfen, der dadurch entstandene Popularitätsboost trug ihr Album Phrenology bis auf Platz 28 der Billboardcharts. Obwohl Phrenology nicht mehr ganz so hoch chartete, wie Things Fall Apart drei Jahre früher, war der kommerzielle Erfolg da - auch Phrenology ging Gold.

2003 performten The Roots noch einmal auf dem Abschiedskonzert von Jay-Z im Madison Square Garden und nachdem The Tipping Point noch auf ihrem ursprünglichen Label erschien, veröffentlichten sie im Jahre 2006 ihr Album Game Theory bei einer neuen Plattenfirma: Def Jem Records unter der Führung von Jigga.
Das von Questlove selbst als sehr düster beschriebene Album, das die politischen Zustände in Amerika reflektieren sollte, ehrte aber gleichzeitig an verschiedenen Stellen J Dilla, so ist zum Beispiel angegeben, dass der erste Song des Albums „Supervised by Dilla“ sei.
Ihr bis dato zuletzt releastes Album Rising Down folgte den düsteren Klängen des Vorgängeralbums und blieb ebenso politisch. Die radiofreundliche Vorabsingle Birthday Girl mit Patrick Stump von Fall Out Boy wurde vor Release des Albums wieder von der Platte gestrichen, da es den Fluss des Albums störte.

Nun ist das nächste Album der Crew aus Philadelphia angekündigt. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern sollen auf How I Got Over wieder fröhlichere Klänge enthalten sein, sagte Black Thought zu dem kommenden Release. Es soll die Erleichterung wiederspiegeln, die The Roots angesichts des Präsidentenwechsels von Bush zu Barrack Obama fühlen.
Man kann sich also auf ein Gute-Laune-Album mit live eingespielten Instrumenten von The Roots freuen, das trotzdem einen politischen Anteil beibehalten wird und auch mit den Featuregästen auftrumpfen kann: Blu, Pharoahe Monch und Beanie Sigel sind nur einige der Rapper, die man auf How I Got Over zu hören bekommen wird.

The Roots stehen seit ihrer Anfangszeit für qualitativen Rap mit Jazz- und Rockeinflüssen, selbst eingespielten Beats und innovativen Alben und Tracks. Inzwischen besteht die Gruppe seit 23 Jahren und noch ist kein Ende in Sicht. Die Hoffnung ist also berechtigt, dass noch das ein oder andere großartige Roots-Album erscheint, das wieder einmal bestätigen kann, dass guter Rap keine Genregrenzen kennt.


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