RapSpot.de*Sommernacht unplugged
Clueso-Spontankonzert
»Sommernacht unplugged«
Lina vom 22.05.2012

Ich hatte bislang kein großes Glück mit sogenannten Spontan- oder ÃÅ“berraschungskonzerten. Immer wenn irgendwo kurzfristig etwas los war, hatte ich entweder etwas viel „besseres“ zu tun (meist in der Form von Arbeit) oder habe es gar nicht erst mitgekriegt. Welche Alternative davon die Schlechtere ist, liegt im Auge des Betrachters. Als es am letzten Sonntag um 18 Uhr hieß, Clueso würde zwei Stunden später kurzfristig ein Konzert im Conne Island geben – und das für 5€ - hieß es, die Freundinnen zu mobilisieren und einen Kurztrip in den Leipziger Stadtteil Connewitz zu unternehmen.



Nicht, dass ich der krasseste Clueso-Fan aller Zeiten wäre. Doch gute Musik, ist gute Musik, und dass der Erfurter davon Ahnung hat, kann man ihm nicht abstreiten. Das schien auch Leipzig so zu sehen, denn die Freifläche des Conne Islands war komplett voll – und da „First come, first serve“ galt, mussten die Nachzügler draußen bleiben. Das Konzert kam auf der kleinen Außenbühne nur mit Gitarre und Saxophon betont improvisiert daher. Schon beim ersten Lied „Chicago“ gab es den ersten Patzer – ein Texthänger, der in der lässigen Atmosphäre von Clueso so charmant überspielt wird, dass man es ihm aber gar nicht übel nehmen kann.

Ansonsten spielte sich der Sänger durch die allgemeinen Lieblingssongs seiner Fans, gab den Udo Lindenberg und berücksichtigte auch Liedwünsche aus dem Publikum. Die Stimmung war sogar so warm, dass spontan die einzige Lampe auf der Bühne Feuer fing – woraufhin es leider etwas dunkel wurde. Das tat dem tollen Abend aber keinen Abbruch, ging es doch eh nicht darum, sich eine Hammershow anzusehen, sondern einfach nur um zwei Typen mit Instrumenten, die auf minimalistische Art und Weise tolle Musik machen.

Am Ende gab es noch einen ÃÅ“berraschungsauftritt von Rasputin, der Clueso durch seine jungen Jahre begleitet hat. Dieser präsentierte nach der Show vor dem Conne Island noch sein aktuelles Projekt „Die Fliegenden Untertassen“ – stilecht, mit Ghettoblaster und Promovinyls. Da schlägt das kleine Hip Hop Herzchen höher.

Insgesamt hatte ich einen wunderbaren, entspannten, spontanen Abend mit guter, handgemachter Musik. Ich weiß nicht wie’s euch geht, aber ich könnt mich an solche Aktionen gewöhnen. Sommerabende im Conne Island? Immer wieder gerne!


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