Andre vom 20.08.2009 12:06
Engin Altinova
»'In The Lab'? Für mich wie im Studio!«

Er ist Regisseur einer der wenigen ernstzunehmenden Hip Hop-Dokumentationen in Deutschland - Engin Altinova. Mit seinem Können und seiner "Knete" entstand die einstündige DVD "In The Lab". Diese zeigt ernste, aber auch lustige Geschichten der Künstler. Viele Live-Aufnahmen und Videoclips. Sie verschafft einen Überblick über Künstler und ihr Schaffen. Und wenn ihr erfahren wollt, was die DVD noch für euch bereithält, checkt das Interview von RapSpot.de mit Engin Altinova.

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Hallo Engin. Wie geht's dir?

Gut. Echt sehr gut. Das Wetter ist gut so, aber ja, ich kann leider nicht am Strand chillen. (lacht)

Vielleicht stellst du dich einfach kurz vor, denn viele Leute werden deinen Namen wohl noch nicht kennen.


Richtig. Also mein Name ist Engin Altinova, ich bin 29 Jahre alt und arbeite momentan von Frankfurt aus. Ich habe jetzt ein Projekt gemacht mit einigen Rappern, aus der Hip Hop-Szene in Deutschland vor allem, und es ist halt ein einstündiger Dokumentarfilm geworden. Und das ist ja auch der Grund unseres Treffens. Ansonsten bin ich gelernter Kaufmann, ich habe also nicht Film studiert oder so etwas. Bin eher Quereinsteiger und schon lange in der kreativen Szene tätig, hatte aber mehr mit Musikproduktionen zu tun.

Vielleicht kannst du ja auch noch kurz dein Team vorstellen?

Ja also eigentlich war es ein recht kleines Team. Weil sich die Drehzeit so lange hingezogen hat, änderte sich das Team auch zwischenzeitlich. Teilweise weil Leute weg waren und Leute hinzukamen. Aber so im Grunde sind sehr wichtige Leute der Icho, mein Produzent, der da viel mitproduziert, auch viel für Technik macht und Kontakte zu Rappern verschafft. Der Gerry Brosius, der für den Schnitt von "In The Lab" verantwortlich ist. Und ansonsten ist noch sehr wichtig der Marko, ein Dozent der Uni in Berlin. Der unterrichtet normalerweise 3D-Animation. Er hat zum Beispiel das DVD-Menü und alles gemacht. Sehr viele Banner und Grafiken.

Was will uns der Titel "In The Lab" sagen?

Also "Lab" ist eigentlich die Abkürzung für das englische Wort "Laboratory". Den Titel habe ich erstens "In The Lab" genannt, weil ich in den 90er-Jahren so ein Mixtape hatte von Tony Touch, "In The Lab", und das ist mir im Kopf geblieben und zweitens dachte ich mir "In Laboratory", das "Laboratory" für 'nen Musiker ist das Studio. Und ich dachte, ich mache da mehr so 'ne Studio-DVD 'draus. Deshalb hat der Doku-Film jetzt den Titel "In The Lab". Im Nachhinein hätte man es auch anders nennen können, aber das stand am Projektbeginn.

Wie ist die DVD aufgebaut? Also was genau ist darauf zu finden?


Also es geht hauptsächlich um Themen. Es werden verschiedene Themen behandelt. Und es werden halt auch verschiedene Künstler darüber sprechen. Um dem Zuschauer überhaupt so einen Überblick über den Künstler zu verschaffen, sieht man natürlich Live-Szene und Live-Auftritte von Konzerten. Außerdem sieht man Videoclips. Außerdem sieht man, wie manche Hits der Künstler produziert wurden. Zum Beipspiel wäre da Olli Banjos "Königsklasse". Da sieht man, wie es aufgenommen wurde. Oder "Eines Tages", der Beat von Azad. Also wo und wie der Beat produziert wurde. Und desweiteren geht es natürlich auch um sozialkritische Themen. Es geht um Integration und Jugendgewalt. Also solche Sachen gibt es dann auch, abgesehen von der Musik.

Was möchtest du bei den Zuschauern bewirken? Was ist dein Ziel?

Also über die Zuschauer habe ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht. Wenn man so etwas macht, macht man es in erster Linie für sich, denke ich mal. Also ich hatte jetzt nicht vor, mit dem Film irgendjemanden zu verändern oder so.

Also es soll gar keinen nachhaltigen Eindruck bei den Zuschauern hinterlassen?

Doch, es wäre schön. Also wenn's einen irgendwie emotional anspricht oder als Mensch anspricht. Das würde mich sehr, sehr freuen. Aber ich habe den Film jetzt nicht gemacht, um irgendjemanden irgendetwas zu beweisen oder irgendwie jemanden zu unterstützen dadurch. Schön wär's wie gesagt, wenn man ihn ernsthaft anschaut, weil es ist auch teilweise eine sehr ernste Dokumentation und schön wär's, wenn vielleicht jemand, der kein Hip Hop hört und sich so etwas anschaut, sich denkt "Och, es kommt doch einiges sinnvolles aus den Mündern der Rapper raus!". Weil manchmal denke die Leute halt anders über Hip Hop.

Auf welchen persönlichen Hintergrund stützt sich die DVD?

Dadurch, dass ich aus der Heidelberger Gegend komme, hab' ich halt schon als Kleinkind ganz ganz früh Berührungen mit Hip Hop gehabt. Also ich hab' zum Beispiel mit neun oder zehn Jahren das erste Mal Breaker gesehen. Das ist halt auf jeden Fall 'ne Sache, die mich schon immer begleitet hat, aber...keine Ahnung...Ich habe halt einfach viel Liebe für Hip Hop, für die Musik. Aber ich bin da ein sehr unpolitischer Mensch. Also ich interessiere mich auch wenig für die Sache außenherum, sondern für die Musik an sich mehr. Bushido und Sido. Diese ganzen Stories interessieren mich nicht. Mich interessiert nur gute Musik und schlechte Musik. Jeder, der auf der DVD ist, trifft auch irgendwie meinen persönlichen Geschmack. Es ist nicht so, dass ich jetzt von jedem alle Alben kaufe, aber es gibt keinen Rapper, der da drauf ist, dem ich nicht Respekt für sein Können zolle.