Mädness
»Zuckerbrot & Peitsche«


Unsere Wertung:


 Andre am 31.10.2009 11:45
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Das Album "Zuckerbrot & Peitsche" von Mädness erschien am 6. November über das Label Unikat. Es hat eine Gesamtspiellänge von 62 Minuten und enthält Gastbeiträge von Kool Savas, Olli Banjo, Patrick mit Absicht, Morlockk Dilemma und Baggefudda & Elray.

Fast 2 Jahre dauerte es, bis nach dem Debütalbum "Unikat" nun auch endlich das zweite Album des in Darmstadt wohnhaften Mädness erschien. Doch hat er sich entwickelt oder sich auf den Lorbeeren und dem Lobgesang der Journalisten ausgeruht, die sein erstes Album als "genial" und "wortwörtlich ein Unikat" bezeichneten? Ist sein Album noch aktuell genug oder wird dem Hörer hier ein textlich sowie soundtechnisch total veraltetes Album präsentiert? We will see...

Schon beim ersten Einlegen der CD geschieht es. Ein dunkler, starker Beat. Ein schneller Einstieg von Mädness. Ein paar Frauenstimmen. Was braucht ein Hit mehr? Keine Frage, aber mit dem gleichnamigen Intro zu seinem Album "Zuckerbrot & Peitsche" schafft es Mädness zumindest einmal, jeden Hörer dazu zu bewegen, sich auch den Rest des Albums anzuhören. Und hierfür wird man dann auch gleich belohnt. Denn als nächstes folgt der Song "Querfeldein", der mit einem sehr ähnlichen Beat unterlegt ist und eine sehr leicht einzuprägende Hook bereithält für seine Hörer. Mitten im Song wechselt plötzlich der Beat und die Bass-Boxen scheinen platzen zu wollen. Genial. Mehr bleibt wohl einfach nicht zu sagen. Auch der nächste Song "Kein Kompromiss" mit Olli Banjo bestätigt diese Aussage. Egal ob Beat oder Featurepart. Beides passt perfekt zusammen und die beiden Protagonisten des Songs ergänzen sich wunderbar. Schade, dass diese beiden nicht mehr zusammen auftreten und live zu sehen sind. Zumindest für die ersten Songs bleibt ein Blick des Erstaunens zurück. Denn auch der nächste Song mit dem Titel "Cool" ist ein Meisterwerk. Eigentlich könnte es so die ganze Zeit weitergehen. Denn bis einschließlich zum Song "Solche Rapper" mit Kool Savas, bleibt einfach jeder Song sehr stark und in seiner Art auch irgendwie wieder ein Unikat. So überzeugt zum Beispiel Morlokk Dilemma, der sich durch den Song "Schöne Menschen" spittet und dabei nichts und niemanden stehen lässt. Und auch Kool Savas liefert zur Abwechslung mal wieder einen wirklichen guten Gastbeitrag ab. Man mag sogar fast meinen, dass diese Version seines Parts von dem Song "Krone" ("JBS II") mindestens ebenso gut ist, wie die Originalversion.
Doch wie es sich wohl für so ein wirklich ausgewogenes Album eines Rappers gehört, hat natürlich auch Mädness eine nachdenkliche Seite, die in dem Song "Hip Hop" zum Ausdruck kommt. Hier beschreibt Mädness seine ersten Berührungen mit dem Hip Hop und dem Rap sowie seine sehr zwiespaltige Beziehung zu diesen beiden Dingen. Doch hier ist dann auch schon wieder Schluss mit Liebe und Zärtlichkeit.
Abgerundet wird dann das Album mit der Live-Version des Songs "Gude", bei dem sich wohl jeder Hesse geehrt fühlen dürfte und auch ganz ungeniert mitrufen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich es hier mit einem wirklichen Meisterwerk zu tun hatte. Rap-technisches Können jedenfalls kann man Mädness auf alle Fälle nicht abstreiten. Sehr gut gelungen ist Mädness außerdem der Einsatz seiner Gastbeiträge. Er schafft es, wirklich (fast) alles aus ihnen herauszuholen und so seinem Album in manchen Songs eine besondere, sehr angenehme Note zu geben. Das jedoch wohl Beste an diesem Album dürften die Beats sein. Hier wird wirklich eine - in meinen Augen - total neue Ära eingeleutet. Weit weg vom klassischen Hip Hop/Rap-Beat, wird das Album von elektronischen Beats dominiert. Hier zu nennen sind "Zuckerbrot & Peitsche", "Kein Kompromiss", "Cool" und "Wer ist der Beste". Für mich ist ganz klar, dass Mädness live ein Genuß sein muss. Denn die Beats dröhnen schon so mächtig in den Ohren und die Texte sind ab und an so simpel (aber keinesfalls dumm), dass wohl jeder sie mitrappen kann. Zwar ist der zweite Teil des Albums schwächer als der erste, doch wird dies alles wiedergutgemacht mit den restlichen, anfänglichen Songs. Somit kann ich nur eines sagen: Ja, er hat sich weiterentwickelt und ja, das Album ist noch aktuell, wahrscheinlich sogar aktueller als manch anderes Album und noch einmal ja, denn Mädness ist wirklich ein kleines Genie und genial sowie wortwörtlich ein Unikat.


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