Glashaus
»NEU«


Unsere Wertung:


 Andre am 14.11.2009 15:47
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Das Album "NEU" von Glashaus erschien am 6. November über das Label Polydor. Es hat eine Gesamtspiellänge von 37 Minuten (Presseversion) und enthält keine Gastbeiträge.

Knapp zwei Jahre dauerte die Selbsterneuerung des Frankfurter Trios Glashaus. Seitdem hat sich einiges getan. Cassandra Steen verließ die Band zwar nie offiziell, doch nahm nun die Sängerin Peppa deren Platz bei Glashaus ein. Zusammen versuchen Moses Pelham, Martin Haas und Peppa erneut, ein Zeichen zu setzen und vielleicht auch an alte Erfolge anzuknüpfen. Doch kann ihnen dies gelingen? Schafft Glashaus den musikalischen Spagat zwischen moderner Pop-Musik und alt gewohntem Stil des Trios oder wollen sie vielleicht sogar ganz anders klingen? All das werde ich versuchen, herauszufinden.

Das Album beginnt mit der bereits seit längerer Zeit durch das Internet bekannten Single "Das hier". Passend zum Video wirkt alles etwas anders. Peppa ist neu, Cassandra weg. Die Melodie klingt sehr frisch und aktuell, fast schon ein wenig abseits des Pops, was wohl aber auch zu erwarten war für zwei Produzenten, die einst im Genre des Raps unterwegs waren. Ihren Einstiegstest in Form des ersten Songs des Albums jedenfalls hat Peppa bzw. Glashaus bestanden. Es folgt die erste, etwas gefühlvollere - ich möchte nicht unbedingt sagen - Ballade. Schon jetzt merkt man, dass den Hörer bei "NEU" noch einige Überraschungen erwarten dürften. Immer wieder fällt mir auf, wie gut und besonders Pelham und Haas den schon in der Einleitung angesprochenen Spagat zwischen Moderne und "Klassik" meistern. Zwar klingen Songs wie "Ich kann mich nicht bewegen" ihrer Aussage entsprechend, doch wird nie überdramatisiert. Alles bleibt in einem gesunden und passenden Rahmen. Meist sind es dann ganz einfach Mittel, die einem bestimmten Song wie z.B. "Nich' wie ich" eine ganz neue Richtung und Deutung zuweisen, ihm sozusagen ein neues Gesicht verleihen. Weiter geht es mit dem Song "Nich' wie ich", der mich zunächst stark an "Hotel California" erinnert. Gefühlvoll, authentisch und mitreißend. Diese Worte fallen mir ein, wenn ich diesen Song höre. "Nich' wie ich" gehört zu dieser Art von Songs, die einen Künstler besonders stark machen und man eigentlich gar nicht mehr weiterhören, sondern bei diesem Song verweilen mag. Und von dieser Art gibt es viele, ja, sogar sehr viele auf "Neu".
Zwischendurch aufgeweckt aus der schon fast etwas zu langsam und traurig gehaltenen Atmosphäre wird man durch "Streben nach Glück". Es wird verzichtet auf klassische Instrumente und auf den Computer gesetzt. Glänzen können hierbei Peppas starke, weibliche Stimme und die - beim guten Hinhören - enthaltene Message. Doch leider wird diese kleine, sehr kurze Phase der Power schnell wieder unterbrochen durch den Song "Schwer". Hier wird dann wieder ganz tradionell auf klassische Instrumente wie das Klavier gesetzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "NEU" kein gewöhnliches Pop-Album ist. Es klingt frischer, aktueller und stärker als viele dieses Genres. Dafür verantwortlich sind allerdings wohl hauptsächlich (und dies ist mir auch erst am Ende des Album und beim Durchlesen meiner Notizen aufgefallen) Pelham und Haas, die beiden Produzenten des Albums. Denn Peppas Stimme ist sicherlich - und das ist unbestritten - schön, aber ob sie dann wirklich so außergewöhnlich und genial ist, wie man nach den Ankündigungen von Moses Pelham dachte, bleibt zu bezweifeln. Ob Glashaus wirklich so "NEU" ist, wie der Albumtitel es ja aussagt, bezweifle ich ebenfalls. Peppa ist nicht Cassandra, aber manchmal klingt es halt doch so, als wäre alles hier gar nicht so neu...


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