Prozak
»Paranormal«


Unsere Wertung:


 Adrian am 05.06.2012 11:37
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Viele verbinden mit Strange Music natürlich zwangsläufig den Namen Tech N9ne und danach meistens mit seinem Buddy Krizz Kaliko. Ein weiterer Name, der aber viel zu selten fällt, ist der von Steven Shippy, vielen eher bekannt als Prozak. Nachdem er schon 2008 das Album „Tales From The Sick“ unter anderem über das Label aus Kansas City veröffentlichte, folgt, nachdem die Tinte unter seinem offiziellen Vertrag von 2011 getrocknet ist, sein drittes Album mit dem Titel „Paranormal“.


Gleich im Opening-Skit wird die Marschrichtung für diese LP vorgestellt. Als Hörer wird man durch die Finsternis der menschlichen Seele gehen, um am Ende sehr wahrscheinlich das Licht mehr schätzen zu wissen. Und genau diesen Worten lässt Prozak umgehend musikalische Taten folgen. Auf einer Mischung aus verschiedenen harten Gitarren-Riffs werden auf der ersten Albumhälfte über Emotionen, wie dem Wunsch zu Töten („Wake Up You're Dead“) oder blankem Hass gegen wahre Feinde („Fuck You“) erzählt. Neben diese Momente mischen sich zu Beginn noch der ein oder andere „klassischere" HipHop-Beat mit Synthies und harten Kicks, wie zum Beispiel „Prepare For The Worst“.
Nachdem man nur die „böse“ Seite der inneren Finsternis erlebt hat, folgt auf der zweite Hälfte dieses Silberlings ein inhaltlicher Themenwechsel zur inneren Angst vor einem Abschied und seinen Gründen („Until Then“), der Frage ob man einen möglichen Neubeginn des Lebens bevorzugen würde („Million Miles Away“) oder ganz einfach der Frage nach dem möglichen Ende („Alien“). Getragen wird dieses inhaltliche Wandern auch von einem Austausch des musikalischen Unterbaus. Von harten Gitarren-Riffs und verschobenen Synthie-Beats geht es nun zu sanften, melodischen Akkustik-Gitarren und Piano Beats, welche wunderbar die Änderung des Schwerpunktes unterstützen.
Das es sich hier oft um tiefe Gedankengänge von Prozak handelt, sollte jedem klargeworden sein. Aber wenn er Unterstützung von anderen MC's bekommt, dann hat er sich auf eine geringe Zahl kompetenter Kollegen fokussiert. Ob es nun sein Label-Chef Tech N9ne ist, der ebenfalls tiefe Einblicke in seine Gedanken gibt („One Of These Days“) und dabei von Krizz Kaliko gesangstechnisch auf der Hook unterstützt wird, jeder Gastpart fügt sich gut ins Gesamtkonzept ein.


„Paranormal“ lebt von der teilweisen tiefen Ehrlichkeit seiner Texte, der Höhepunkt liegt dabei in einer der schönsten und traurigsten Liebesgeschichten („Tell A Tale Of Two Hearts“). Dadurch zieht sich ein roter Faden inhaltlich sowie musikalisch durch das Album. Prozaks zweite LP über Strange Music ist am Ende eine wirklche Empfehlung für die dunklen Stunden des Lebens. Ob das alles wirklich paranormal oder einfach nur die Wahrheit ist, das entscheidet jeder Hörer zum Schluss für sich selber.


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