Automatikk
»Vermächtnis«


Unsere Wertung:


 Manuel am 02.07.2012 11:11
 Sage anderen deine Meinung...

Drei Jahre hat es gedauert, bis Automatikk aka. Rokko81 und Attilah78 den Nachfolger zu ihrem 2009er Werk „Illegal“ fertiggestellt haben. In der Rap-Welt hat sich in dieser Zeit einiges verändert. Wo 2009 Gangster-Rap noch allgegenwärtig war und es nicht schwer schien, Zuhörer für seine Musik zu gewinnen, werden in diesen Tagen Künstler jener Sparte oft belächelt. Viele Rapper haben neue Impulse gesetzt. So könnte man fast Angst haben, dass der Zahn der Zeit an Automatikk nagt und das Brüderpaar heute nicht mehr aktuell klingt.

Doch Rokko und Attilah nehmen den Kritikern gleich in den ersten Songs den Wind aus den Segeln. „Ratata“, der Titeltrack und „Papperlap“ sind zwar typische Battletracks, zeigen aber, dass Automatikk technisch immer noch auf der Höhe sind und gute Wortspiele auf Lager haben. Wer denkt, das ganze Album würde sich in diese Richtung bewegen, der liegt falsch. Schon auf dem vierten Track „Teufel“ setzt man auf ein bisschen mehr Inhalt. Zusammen mit dem Gast Kool Savas wird ein Abend im Club geschildert und beschrieben, welche Verführungen der Beelzebub für den gewöhnlichen Erden-Bewohner bereithält – das ist zwar kein sonderlich neues Konzept, dennoch gut umgesetzt und inszeniert. Danach wechseln sich sozialkritischere („Dorn Im Auge“, „Wenn Es Nacht Wird“) und persönlichere Lieder („Vorbei“) mit Battle-Tracks („Killerinstinkt“) ab. Durch die richtige Mischung wird „Vermächtnis“ nicht langweilig und unterhält bis zum abschließenden Remix von „Hassphalt“, mit den beiden Nürnberger Newcomern Akez und Shafiq.
„Vermächtnis“ instrumentales Fundament liefert hauptsächlich der Bamberger DJ Smoove, der schon auf Kool Savas letztem Werk „Aura“ Beats beigesteuert hat. Seine teils düsteren, teils brachialen Beats zeichnen die Atmosphäre des Albums und untermalen Automatikks Rap vortrefflich. Daneben gibt es mit M3, Freshmaker Beats und Steve noch drei andere Produzenten, die sich für die Soundästhetik des Albums verantwortlich zeigen.

Automatikk zeigen auf „Vermächtnis“ eindrucksvoll, dass sie immer noch ihren Platz im heutigen Deutsch-Rap haben. Sie haben sich seit ihrem letzten Release auf rap-technischer Seite weiterentwickelt und fahren lyrisch eine sehr unterhaltsame Schiene. Abwechslungsreiche Songs und stimmige Beats dominieren das Album. Mit dem Titeltrack, „Teufel“ und dem abschließenden „Wenn Es Nacht Wird“ befinden sich drei echte Highlights auf „Vermächtnis“, die aus dem insgesamt guten Songmaterial noch einmal herausstechen. Rokko und Attilah erfinden das Rad zwar nicht neu, zeigen mit ihrem Quasi-Comeback-Album aber, dass sie weiterhin hungrig sind und mit ihnen zu rechnen ist.


 Jeden Tag frisch
Aktuellste News
#02057 Splash! 2013. Ticketverl...
#02056 Salty Soundz #2. powered by...
#02055 Spack Festival 2013. Deutschrap...
#02054 Chefket. ist ein Id...
 Noch nicht genug?
Mehr Reviews
#0411 Jinx - Weirdnam
#0410 Battleboi Basti - Pullermatz
#0409 R.A. The Rugged Man - Legends Ne...
#0408 Dexter - The Trip
 In Talk
Neuste Interviews
#0296 Eljot Quent
#0295 S-Rok
#0294 Weekend
#0293 Dexter

Nickname:
Deine Wertung:
Schnitt: 5
Kommentar:
Sicherheit-
frage:
 = 
Noch keine Kommentare, sei der erste!