Oddisee
»People Hear What They See«


Unsere Wertung:


 David am 23.07.2012 11:56
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Das Flaggschiff der Mello Music Group ist ganz klar Oddisee. Der Rapper und Producer war 2007 für den ersten Release über das Label verantwortlich und hat seitdem sechs weitere Alben darüber veröffentlicht. Dieses Jahr war dann Nr. 8 dran – sein Soloalbum "People Hear What They See" erschien Anfang Juni. Und das komplett selbstproduzierte Werk kann durchaus beeindrucken.


Das erste Staunen gibt es bereits auf dem Opener "Ready To Rock", wo Oddisee ab Mitte des Songs mit einem technisch einwandfreien Doubletimepart daherkommt und dem Titel so alle Ehre macht. ÃÅ“berhaupt beeindruckt der Anfangsteil mit einigen Highlights und durchgehend im Ohr hängenbleibenden Produktionen, wie zum Beispiel "Do It All", welches ein wenig an einen typischen Eastcoasttrack mit Premo-Beat erinnert – obwohl allein Oddisee dahinter steckt. Dass ich damit ausdrücken möchte, dass sein eigener Stil dadurch in irgendeiner Weise verloren geht, ist natürlich vollkommen falsch. Auffällig ist auch die Abwechslung in den Produktionen, Oddisee mangelt es zu keinem Zeitpunkt an Kreativität. So kommt er auf "American Greed" mit Piano, auf "The Need Superficial" mit funky Gitarre und auf "Way In Way Out" mit Posaunen daher. Was für die Qualität spricht, ist die Harmonie zwischen den verschiedenen Produktionsstilen, sowie die fehlende Langeweile. Ein weiterer Grund dafür ist sicherlich auch, dass Oddisee sich als Rapper weiterentwickelt hat. Sicherlich gibt es herausstechendere Rapper als ihn und sicher auch viele, die aus einigen Beats deutlich mehr hätten rausholen können. Dennoch läuft Mr. el Khalifa von Anfang bis Ende sehr souverän über den niveauvollen Soundteppich. Die Highlights befinden sich zwar hauptsächlich am Anfang der zwölf Tracks starken MMG-Veröffentlichung, aber der wahre Erfolg verbirgt sich sowieso in der Platte im Ganzen. Herausragend ist auf jeden Fall noch "Another's Grind" und mit "Think of Things" gelingt ihm ein sehr schöner, runder Abschluss. Features gibt es übrigens recht wenige, was sicherlich kein Nachteil ist. Neben Diamond District, Tranqill und Ralph Real gibt es noch drei Gesangseinlagen von Olivier Daysoul – die Features stellen Oddisee aber auf keinem Track in den Schatten, sondern fügen sich sinnvoll ein und sorgen somit auch für ein gutes Stück Homogenität. Als Bonus-Song gibt es zudem noch die Acoustic-Version von "You Know Who You Are" mit Olivier Daysoul (der nicht auf dem Originaltrack ist), welche mindestens genauso hörenswert ist wie die normale Fassung.


Oddisee hat es geschafft, ein sehr erwachsenes, harmonisches und zugängliches Album auf den Markt zu bringen und verdient sich damit mal wieder eine Menge Respekt. Schwachpunkte sind keine zu finden, dafür hat der Mann von der Ostküste keinen Platz gelassen. Es kommt einem einfach von Beginn an so vor, als hätte er sich darauf konzentriert, das Niveau immer hoch zu halten und keine Schwächen zuzulassen.


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