Strong Arm Steady & Statik Selektah
»Stereotype«


Unsere Wertung:


 Julius am 28.07.2012 11:36
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Statik Selektah scheint derzeit nicht zu schlafen. Gerade erst hat er mit Termanology als 1982 das Album „2012“ veröffentlicht, da steht schon das nächste, komplett von ihm produzierte Album ins Haus. Und diesmal unterstützt er niemand geringeren als die Untergrundhelden Strong Arm Steady mit seinen Beats. Das Trio, bestehend aus Mitchy Slick, Krondon und Phil The Agony, wurde seinerzeit von Xzibit als Quartett gegründet, trennte sich von diesem allerdings schon vor dem ersten regulären Album. „Stereotype“ ist nun bereits die vierte Platte der Westcoast-Rapper, die zu Beginn ihrer Karriere das Mixtape Game revolutionierten, indem sie es als ausschließliches Promotool nutzten und den Markt damit überschwemmten. Heute sind sie der Inbegriff für guten Undergroundrap und bekommen Props von Größen wie DJ Premier, der das Album „In Search Of Stoney Jackson“ zu seinem Album 2010 machte.

Diese CD wurde damals von niemand geringeren als Madlib produziert, woran man sieht, dass die Gang scheinbar ganz gerne mal mit nur einem einzigen Beatbauer zusammenarbeitet, um einen einheitlichen Sound auf ihrem Album zu haben. Mit dem kleinen Unterschied, dass Statik Selektah von der Ostküste kommt und für seine klassischen Boombap-Beats bekannt ist, während Madlib eher in Los Angeles zu verorten ist und sowieso seiner völlig eigenen Vision folgt. Wo die Beats des Albums wie aus einem Guss klingen, sind die geladenen Gäste dafür umso bunter gemischt. Das reicht von naheliegenden Features mit Reks und quasi-Mitglied Planet Asia bis zu unerwarteten Rappern wie Südstaatengröße David Banner oder der Black Hippy Crew um Jungstar Kendrick Lamar.

Die Platte beginnt mit einem für das Album eher untypischen, düsteren Track („Truth of the Truth“), gefolgt von der Single „Premium“, die einen sehr hektischen und teilweise etwas nervigen Beat auffährt. Ein nicht gerade repräsentativer Einstieg, denn was danach folgt kann man wirklich getrost als „Stereotype“ bezeichnen. Es reiht sich ein relaxter Boombap Track an den nächsten. Es herrschen jazzige Samples vor, die Beats klingen trotzdem nicht altbacken. Hier zeigt sich eindeutig die Stärke von Statik Selektah und die Jungs von Strong Arm Steady wissen diese Steilvorlage gekonnt zu nutzen. Tracks wie „Born Into“ mit Bad Lucc oder „LA Blues“ mit Planet Asia und Tri State sind die eindeutigen Highlight des Tonträgers. Sogar der Track mit David Banner und Fiend fällt keinesfalls synthielastig aus. Die beiden Gäste müssen sich auf für sie eher ungewohntem Terrain beweisen und meistern die Hürde mit Bravour. Erst zum Ende hin werden die Tracks wieder etwas aggressiver. Auf „Fair Fight“ mit der Black Hippy Crew und auf „Back On Up“ spuckt die Gruppe Feuer, bevor sie zum Abschluss mit Dom Kennedy und Baby D gepflegt einen raucht („Smoke On“) und das Album entspannt ausklingen lässt.

Die Strong Arm Steady Gang steht mit ihrem neuesten Wurf weiterhin in einer Tradition mit aktuellen Indierap Helden, wie Talib Kweli, auf dessen Blacksmith-Label das Album auch erscheint, wagt ab und an aber mal kleinere Ausflüge in eher ungewohnte Gefilde, was der Abwechslung positiv zuträglich ist. Besonders die größtenteils hervorragenden Beats von Statik Selektah fallen auf, halten die Platte gekonnt zusammen und bieten den Rappern genug Freiraum für ihre Lyrics.


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