Die rapspot.de Kolumne
Im Spotlight
spotpictureSpot #12
»Mehr Mut zum Eigenvertrieb«
Es ist hinlänglich bekannt, das die Umsätze und Gewinne der Musikindustrie in puncto Plattenverkäufe die letzten Jahre immer geringer geworden sind. Diese mit Zahlen belegbare Tatsache steht einer anderen gegenüber: Heutzutage wird Musik schneller und zahlreicher als vor 30 Jahren konsumiert. Der Bedarf an immer neuer Musik ist heutzutage größer denn je. Daran sind natürlich die rasende Verbreitung immer schneller werdender Internetverbindungen und die stets wachsenden Speicherplätze auf tragbaren MP3-Playern nicht gerade unbeteiligt. Dieser Umstand ist auch an der hiesigen Rapszene, die nur einen Bruchteil der Umsätze von Plattenfirmen auf Major-Niveau ausmachen, nicht ganz vorbei gegangen. Die Verkäufe von physikalischen Datenträgern deutscher Rap-Produkte sind in den letzten 10 Jahren massiv eingebrochen. In der Folge schloss in den letzten zwei Jahren die Mehrhe... Weiterlesen.
spotpictureSpot #11
»When keepin' it real goes wrong«
Mit Rap und der Authentizität ist das ja so eine Sache. Jeder Künstler behauptet, sie zu haben. Und jeder Künstler hat eine Fangemeinde, die ihm das auch abnimmt. Oftmals lässt sich eben diese Gemeinde verdammt leicht von ihren Idolen hinters Licht führen. Sind wir doch mal ehrlich: Welcher Artist würde schon gerne von sich behaupten, dass seine ganze Karriere nur auf einem billigen Standard-Image aufbaut und er eigentlich gar nicht so hart, so cool oder so ein Checker ist? Wer Dave Chapelle und seine Show kennt, hat bestimmt schon die Reihe „When keepin it real goes wrong“ gesehen. An alltäglichen Situationen wird hier dargestellt, was passiert wenn man sich im falschen Moment zu treu bleibt und auf seinen Einstellungen beharrt. In der Hip Hop Welt gibt es verschiedene Beispiele für schiefgelaufenes Real-sein, die sich k... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #4
»Entscheidungen«
Hach, wie oft und dieses Mal sogar von vielen mit Überzeugung getragen hatten wir und andere doch schon den Rap für tot erklärt und doch raffte er sich stets wieder auf, um uns mit weitere, qualitativ anspruchsvollen Releases zu beglücken. Freuen darf man sich auch nun endlich wieder. Denn der sonst so stürmische und freudenlose April und auch schon der März dürften heiß werden, wenn man sich die aktuelle Releaseliste dieser Monate ansieht. Dort finden sich schon jetzt Name wie Kool Savas, Nas, Farid Bang oder auch Joell Ortiz, welche allesamt mit einer neuen Veröffentlichung aufwarten. All diese Namen steht jedoch auch in den nächsten beiden Monaten eine Art Entscheidungsprozess bevor. Bei Savas geht es um die alte Frage, inwiefern er seinem Titel „King Of Rap“ noch gerecht werden kann... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #3
»Die Welt wird digital«
Nicht nur deutsche Autofahrer und Pendler hatten in den letzten beiden Wochen mit starken Schneefällen und eisglatten Straßen zu kämpfen. Auch für Journalisten wie uns war es ein sehr kalter Monat. Die deutsche Musikszene schien schließlich sogar zeitweise wie auf Eis gelegt. Da mochte es dem einem oder anderen schon fast so verkommen sein, als hätten sich unsere deutschen Rapper doch tatsächlich allesamt kurzerhand in den nächsten Flieger gesetzt und wären davon geflohen vor den eisigen Temperaturen ihrer Heimatlandes. Doch selbstverständlich konnte sich nicht jeder einen solchen Kurztrip von seinem läppischen Verdienst leisten. Deshalb machten es sich dieser Tage viele unserer Künstler mit einer heißen Schokolade vor dem heimischen Computer gemütlich und... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #2
»Es lebe die Oberflächlichkeit«
Ich heiße euch alle Willkommen im neuen Jahr 2010. Kaum haben wir die letzten Reste der Raketenkriege von den Straßen gefegt und uns von den zahlreichen Feiertagen, die hinter uns liegen, erholt – eigentlich widersprüchlich, wo man dies doch an einem Feiertag machen sollte -, ist auch schon wieder die Hälfte des ersten Monats vorbei. Zeit also, dass wir wieder ein wenig für euch zusammenfassen und zurückblicken bei „Kurgefasst #2“. Dieses Mal steht alles im Zeichen der Oberflächlichkeit und gewollten Unwissenheit. Während Tief Daisy Europa überquert und halb Deutschland in den Tiefen seiner Schneestürme versinken lässt fragt man sich, weshalb Schnee eigentlich immer so spät kommt, nämlich genau dann, wenn Weihnachten schon vorbei ist und man ihn im Grunde gar nicht mehr will. Gleiches fragt man sic... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #1
»2009: Was für ein Jahr!«
Puh, nur einmal mit der Augenwimper gezuckt und schon ist es vorbei, das Jahr 2009. Eigentlich ging ja alles viel zu schnell. Und doch hat sich eine sichtbare Entwicklung eingestellt. Ja gar eine neue Ära hat begonnen. Die großen Label-Namen der deutschen Szene sind weg. Das Splash!-Festival wie wir es früher kannten ist auch weg. Ja selbst der Straßen-Rap, das einstige Aushängeschild der deutschen Szenelandschaft, ist gänzlich verschwunden und wird noch verzweifelt versucht, von einigen seiner ehemaligen Vertreter gerettet zu werden. Doch was bleibt uns dann eigentlich noch für 2010? Was uns bleibt ist nicht viel. Dies sei schon einmal gesagt. Dafür erhalten wir 2010 vieles, was sich neu zu erfinden versucht und so zumindest den Schein des Alten weckt. Zum Beispiel erlebten wir ja schon dieses Jahr die große Wi... Weiterlesen.
spotpictureSpot #10
»Hip Hop im Netz: Denn das Internet wurde zu ihren Spielplätzen und Hinterhöfen«
Was wären wir nur ohne das Internet? Viel haben wir ihm zu verdanken. Vielleicht sogar zu viel. Welche Bedeutung hat das Internet in unserem Leben? Und wie sehr beeinflusst es uns – und vor allem: unsere Kultur? Unsere Welt ist klein. Durch den Fortschritt der Technik rücken wir ständig etwas mehr zusammen. Alles ist mittlerweile mit den zahlreichen Verkehrsmitteln binnen einiger Stunden erreichbar. Kommunikation ist so gut wie überall möglich, man kann die Austauschfamilie in Vancouver genauso wie den Onkel in Südafrika anrufen. Und dann gibt es da ja noch die sogenannten „sozialen Netzwerke“. Diese haben insbesondere in den letzten Jahren dazu beigetragen, die Erreichbarkeit anderer Menschen auf der ganzen Welt zu vereinfachen. Sie „vernetzen“ Menschen unterschiedlicher Rasse, Religion, Weltansicht, Herkunft, Geschlecht, sozialem Stand etc. miteinander und setzen so der Kommunikation keine Grenzen mehr. Früher w... Weiterlesen.
spotpictureSpot #9
»Klamotten im Hip Hop«
Dass sich Hip Hop, die größte Jugendkultur neben dem Sprechgesang vor Allem durch den eigenwilligen Kleidungsstil auszeichnet ist keine weltbewegende Erkenntnis. Scheinbar seit Anbeginn der Menschheit gibt es weite Baggyhosen und Menschen die sich mit protzigem Bling-Bling behängen, wie andere einen Weihnachtsbaum. Doch kann man wirklich sagen, dass jemand Hip Hopper ist, wenn er dieses und jenes Kleidungsstück trägt? Diese Frage brachte mich zu der Thematik meiner neuen Kolumne: Klamotten im HipHop! Auf der einen Seite steht das Phantom in Baggys, Caps, Bandanas, riesige Ketten und XXXXXXXXL Shirts und auf der anderen – und dahin scheint sich immer mehr der Trend der Gangter-Rap Anhänger zu entwickeln – das Player-Outfit No.1: Lederjacke und Jogginghose, stilgerecht wird diese NATÜRLICH in die Socken gestopft. Ganz gerne kombiniert mit rosa oder Lila Poloshirt ist es perfekt! Da erscheinen dem Durchschnitts-Rap-Hörer –... Weiterlesen.
spotpictureSpot #8
»Gewalt im Rap – Wann ist ein Mann ein Mann?«
Eine Meldung überzog dieser Tage wie ein Schatten die Welt des Raps. Bero Bass, Rapper aus Köln-Chorweiler und selbsternannter „Star-Rapper“ soll angeblich den 26-jährigen Artur M. mit 20 Messerstichen niedergestochen haben. Dabei sei, abgesehen von den „üblichen“ Schnitt – und Stichverletzungen, ein Finger des Opfers sogar halb abgetrennt worden. Grund für die körperliche Auseinandersetzung sei laut Medienberichten ein Mädchen gewesen, von dem aber bislang jede weitere Stellungnahme oder auch nur Spur fehlt. Und wieder stürzten sich von Zeitungen bis Fernsehen, alle auf diesen Fall. Prompt folgte auch ein Bericht des Nachrichtenmagazins RTL Aktuell - in dem auffällig oft das Wort Rapper fiel, was darauf hindeutet, wie die Medien erneut versuchen, Rap zu zerreißen – und sich außerdem das mutmaßliche Opfer Artur M. zu dem Fall äußerte: „Das ist ein feiger Hund für mich. Mit Messer zu kommen und so was.... Weiterlesen.
spotpictureSpot #7
»We all living in America«
Nach vielen philosophisch-allgemein angehauchten Kolumnen ist es nun mal wieder an der Zeit, sich einem ganz speziellen Thema zu widmen. Einem Thema, was mir selbst fast schon unangenehm ist: Es geht um die Amerikanisierung des deutschen Hip Hops, nicht nur des Raps, sondern der ganzen Kultur. Dieses Phänomen ist ganz sicher nicht neu, prinzipiell auch nicht schlimm, sondern ganz einfach zu fassen: Hip Hop stammt aus den USA. Um die Wende herum wurde er auch in Deutschland zunehmend populärer, Deutscher Rap entstand – und unterschied sich zunächst grundlegend von seinem amerikanischen Vorbild. Da gab es Fanta 4, eine kunterbunte Gruppe, die sich durch Sprechgesang ihren Platz in den Charts sichern. Aber mit dem in den USA so populären Gangsterrap a la Public Enemy hatte das doch eher wenig zu tun – kein „Fuck the police“, keine Knarren in Musikvideos und schon gar kein Ghetto. Deutscher Rap stammte nicht zwangsläufig aus... Weiterlesen.

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