Die rapspot.de Kolumne
Im Spotlight
spotpictureSpot #17
»Sampling im Hip Hop - Copy & Paste Love«
Die Kunst des Samplens ist im Hip Hop mindestens so tief verankert wie das Spiel mit Worten und Vergleichen, das Schütteln der Can, die Schulterschmerzen beim Breakdancen. Menschen jenseits der Jugendkultur Hip Hop rümpfen die Nase, wenn sie einen bekannten Song in einem Raptrack „verunstaltet“ wiederfinden. Ein Grund mehr dieser Musikrichtung jegliche künstlerische Eigenständigkeit abzusprechen. Oder? Es stimmt schon, der musikalische Anspruch von Hip Hop ist nicht vergleichbar mit dem einer klassischen Arie oder eines Walt-Disney-Songs. Es ist nicht unbedingt erforderlich, neue Melodien zu erschaffen. Der Einfachheit halber bedient man sich dann eben eines trashigen Eurodance Songs, legt ein paar Drums und Snares drunter und fertig ist der fette Beat. Wenn es nur so leicht wäre… Dass Hip Hop in vielen Punkten mit Parallelkulturen und anderen Popstilri... Weiterlesen.
spotpictureSpot #16
»Es gibt keine Schuhe bei Saturn«
Der erste Gedanke ist immer gleich. Die Anlaufpunkte sind immer die gleichen. Wer einen Fernseher braucht, geht zu Saturn oder Media Markt. Wer Tiefkühlpizza braucht geht zu Edeka oder Penny. Oder Aldi. Oder was weiß ich wohin. Der Punkt ist, dass bestimmte Bedürfnisse durch fest abgesteckte Anlaufpunkte befriedigt werden. Automatisch. Wenn ich neue Schuhe brauche, denke ich automatisch an Geschäfte wie Snipes, selbstverständlich wie ich zum Kauf von Drogerieartikeln eine Drogerie aufsuche, wähle ich beim Klamottenkaufen Geschäfte mit dem Prädikat urbaner Bekleidungsmarkt. Das liegt daran, dass ich Hip Hop Musik mag und deswegen einen bestimmten Look gewöhnt bin. Seit knapp anderthalb Jahrzehnten höre ich Rap und kleide mich entsprechend. So weit, so naheliegend. Doch sind knapp anderthalb Jahrzehnte eine verdammt lange Zeit und begünstigen sich langsam einschleichende Automatismen, die leicht mit Charakterbildung verwechselt... Weiterlesen.
spotpictureSpot #15
»Rap's a mental narcotic«
Ich möchte ehrlich sein. Die letzte Zeit war für mich nicht immer einfach. Wie bei wahrscheinlich allen Menschen ist auch bei mir nicht immer alles rosarote-KAAS-Einhorn-Welt, man hat so seine Höhen und Tiefen (frau natürlich auch). Und so geht man durch’s Leben und denkt sich manchmal „Scheiße, was mache ich hier eigentlich?“. Manchmal würde ich gerne mein Leben mal kurz für ein paar Minuten ausschalten, kurz durchatmen, und dann weitermachen. Oder vor- und zurückspulen. Da geht es mir wohl nicht anders als euch. Doch eine Flucht gibt es immer: Die in die Musik. Wann hattet ihr das letzte Mal bei einem Song das Gefühl „Ja, man, er/sie spricht/singt über mich?“. Welcher Beat hat sich für euch so lebendig angefühlt, dass er als Soundtrack eures Lebens durchgehen könnte? Ich denke ihr versteht mich. Sorgen, die andere Menschen in  Weiterlesen.
spotpictureSpot #14
»Gangsterrap - das Ende des Public Enemys?«
Kaum ein Klischee wird im Hip Hop so gerne bedient wie das des Gangsters. Wen wundert es, bietet soziale Benachteiligung, inklusive Drogen und Gewalt, und der damit verbundene plötzliche kommerzielle Erfolg mit allen Vorteilen (Bitches, Autos…) durch Rap doch genug Themen um mehrere dutzend Platinalben zu füllen. Was einst in den Straßen von Städten wie LA als Reflektion der gegenwärtigen Verhältnisse begann, wurde über die Jahre zu einem gern genutzten rhetorischen Bild, welches die Hip Hop Szene prägte wie kaum ein anderes. Keineswegs möchte ich Gangsterrap seine Relevanz absprechen – im Gegenteil. Hip Hop wäre kommerziell wohl kaum so erfolgreich ohne die zahlreichen Debatten darüber, wo die inhaltliche Grenze in der Musik liegen sollte, die für diese ganzen skrupellosen, frauenverachtenden, drogensüchtigen Sprechsänger gezogen w... Weiterlesen.
spotpictureSpot #13
»Musikfernsehen 2.0«
Als MTV 1981 auf Sendung ging, so war der Sender Fluch und Segen zugleich, obgleich noch lange nicht abzusehen war, welche Stellung und Größe das Unternehmen einmal einnehmen sollte. Eine gewisse "Macht" über Sieg oder Niederlage von Musikern und Plattenfirmen war noch in weiter Ferne. Doch wurde der Sender mit Argwohnen betrachtet, da bis dato kaum hochwertige Musikvideos gedreht wurden. Stattdessen funktionierte ein großer Teil der Vermarktung über Radio-Airplay und Auftritten in großen Samstag-Abend-Shows – Hüben, wie drüben vom „großen Teich“. Passend dazu spielte MTV als erstes Musikvideo „Video killed the Radiostar“ der britischen Band The Buggles. Es ist hinlänglich bekannt, das MTV zu einem weltweit operierenden Medienkonzern gewachsen ist, der mittlerweile anderes, als Musikfernsehen in den Mittelpunkt stellt. Passend hierzu wurde mittlerweile der Zusatz „Music Television“ aus dem Firmenlogo in den USA ... Weiterlesen.
spotpictureSpot #12
»Mehr Mut zum Eigenvertrieb«
Es ist hinlänglich bekannt, das die Umsätze und Gewinne der Musikindustrie in puncto Plattenverkäufe die letzten Jahre immer geringer geworden sind. Diese mit Zahlen belegbare Tatsache steht einer anderen gegenüber: Heutzutage wird Musik schneller und zahlreicher als vor 30 Jahren konsumiert. Der Bedarf an immer neuer Musik ist heutzutage größer denn je. Daran sind natürlich die rasende Verbreitung immer schneller werdender Internetverbindungen und die stets wachsenden Speicherplätze auf tragbaren MP3-Playern nicht gerade unbeteiligt. Dieser Umstand ist auch an der hiesigen Rapszene, die nur einen Bruchteil der Umsätze von Plattenfirmen auf Major-Niveau ausmachen, nicht ganz vorbei gegangen. Die Verkäufe von physikalischen Datenträgern deutscher Rap-Produkte sind in den letzten 10 Jahren massiv eingebrochen. In der Folge schloss in den letzten zwei Jahren die Mehrhe... Weiterlesen.
spotpictureSpot #11
»When keepin' it real goes wrong«
Mit Rap und der Authentizität ist das ja so eine Sache. Jeder Künstler behauptet, sie zu haben. Und jeder Künstler hat eine Fangemeinde, die ihm das auch abnimmt. Oftmals lässt sich eben diese Gemeinde verdammt leicht von ihren Idolen hinters Licht führen. Sind wir doch mal ehrlich: Welcher Artist würde schon gerne von sich behaupten, dass seine ganze Karriere nur auf einem billigen Standard-Image aufbaut und er eigentlich gar nicht so hart, so cool oder so ein Checker ist? Wer Dave Chapelle und seine Show kennt, hat bestimmt schon die Reihe „When keepin it real goes wrong“ gesehen. An alltäglichen Situationen wird hier dargestellt, was passiert wenn man sich im falschen Moment zu treu bleibt und auf seinen Einstellungen beharrt. In der Hip Hop Welt gibt es verschiedene Beispiele für schiefgelaufenes Real-sein, die sich k... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #4
»Entscheidungen«
Hach, wie oft und dieses Mal sogar von vielen mit Überzeugung getragen hatten wir und andere doch schon den Rap für tot erklärt und doch raffte er sich stets wieder auf, um uns mit weitere, qualitativ anspruchsvollen Releases zu beglücken. Freuen darf man sich auch nun endlich wieder. Denn der sonst so stürmische und freudenlose April und auch schon der März dürften heiß werden, wenn man sich die aktuelle Releaseliste dieser Monate ansieht. Dort finden sich schon jetzt Name wie Kool Savas, Nas, Farid Bang oder auch Joell Ortiz, welche allesamt mit einer neuen Veröffentlichung aufwarten. All diese Namen steht jedoch auch in den nächsten beiden Monaten eine Art Entscheidungsprozess bevor. Bei Savas geht es um die alte Frage, inwiefern er seinem Titel „King Of Rap“ noch gerecht werden kann... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #3
»Die Welt wird digital«
Nicht nur deutsche Autofahrer und Pendler hatten in den letzten beiden Wochen mit starken Schneefällen und eisglatten Straßen zu kämpfen. Auch für Journalisten wie uns war es ein sehr kalter Monat. Die deutsche Musikszene schien schließlich sogar zeitweise wie auf Eis gelegt. Da mochte es dem einem oder anderen schon fast so verkommen sein, als hätten sich unsere deutschen Rapper doch tatsächlich allesamt kurzerhand in den nächsten Flieger gesetzt und wären davon geflohen vor den eisigen Temperaturen ihrer Heimatlandes. Doch selbstverständlich konnte sich nicht jeder einen solchen Kurztrip von seinem läppischen Verdienst leisten. Deshalb machten es sich dieser Tage viele unserer Künstler mit einer heißen Schokolade vor dem heimischen Computer gemütlich und... Weiterlesen.
spotpictureKurzgefasst #2
»Es lebe die Oberflächlichkeit«
Ich heiße euch alle Willkommen im neuen Jahr 2010. Kaum haben wir die letzten Reste der Raketenkriege von den Straßen gefegt und uns von den zahlreichen Feiertagen, die hinter uns liegen, erholt – eigentlich widersprüchlich, wo man dies doch an einem Feiertag machen sollte -, ist auch schon wieder die Hälfte des ersten Monats vorbei. Zeit also, dass wir wieder ein wenig für euch zusammenfassen und zurückblicken bei „Kurgefasst #2“. Dieses Mal steht alles im Zeichen der Oberflächlichkeit und gewollten Unwissenheit. Während Tief Daisy Europa überquert und halb Deutschland in den Tiefen seiner Schneestürme versinken lässt fragt man sich, weshalb Schnee eigentlich immer so spät kommt, nämlich genau dann, wenn Weihnachten schon vorbei ist und man ihn im Grunde gar nicht mehr will. Gleiches fragt man sic... Weiterlesen.

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