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ilsebydtm

Designer, Fotograf, Besserwisser und Lina-Ihrer

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Wohnort: Düsseldorf

Beruf: Design-Student und Hausmann

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16.08.2012, 20:41

Plan B - ill Manors

Das Künstlerpseudonym Plan B wird hierzulande wohl am ehesten mit einem Viertel der Orsons in Verbindung gebracht, wenn es um HipHop geht. Doch auch ein talentierter Soulmusiker und Schauspieler aus London hat durchaus nennenswerte HipHop-Einflüsse zu verbuchen und wurde bereits vor seinem internationalen Durchbruch 2010 gerne als Englands Eminem bezeichnet.

Mit „ill Manors“ bringt der Brite nicht nur sein bereits viertes Soloalbum auf den Markt, sondern im selben Atemzug auch noch den gleichnamigen Film, in welchem er selbst eine kleine Rolle spielt und sogar sein Regie-Debüt feiert. Allerdings wurde das Crime Drama über die “British underclass“ in den Medien nicht nur positiv bewertet. Seinem Drehbuch und vor allem den Dialogen wurden beispielsweise Geistlosigkeit und Stümperei vorgeworfen. Auf der anderen Seite wird er in hohen Tönen für dieses Werk gelobt und der Titelsong wurde bereits von der britischen „Guardian“ zum besten Protestsong seit Jahren gewählt. Um uns davon selbst ein Bild machen zu können, müssen wir uns leider noch gedulden, bis der Streifen auch in die deutschen Kinos kommt.
Doch nun genug über den Film, kommen wir endlich zum musikalischen Werk „ill Manors“, welches in Großbritannien bereits Ende Juli erschien und bei uns ab dem 17. August in den Regalen stehen wird. Natürlich geht es auch bei dem Album inhaltlich um die gleichen Themen wie im Film:
Die britische Vorstadthölle mit allem, was dazu gehört. Drogen, Kriminalität, Prostitution und nicht zu letzt radikalen Klassenunterschieden.

Der Opener und gleichzeitig Titeltrack der - in der iTunes Deluxe Version - 28 Track starken LP zeigt sich unerwartet lebendig und erinnert einen eingefleischten Deutschrapfan bereits nach wenigen Takten an Peter Fox' „Alles neu“. Grund dafür ist die Eins-zu-Eins-Kopie dessen Melodie, die Peter Fox aus Dmitri Shostakovichs 7. Symphonie "Leningrad" sampelte. Genauso energiegeladen wie im „Original“ flowt sich auch Plan B über den eindringlichen Beat und macht uns so definitiv Lust auf mehr. In den zehn folgenden Anspielstationen erweist sich Benjamin Paul Dre - so Plan Bs bürgerlicher Name - als vielseitiger Künstler. Neben seinem Gesangstalent („Deepest Shame“) und seinem wirklich sehr ausgewogenen Flow mit Hang zu deepen Storytelling („Lost my way“), kann der Londoner in „Great Day for a murder“ sogar mit Metal-artigen Passagen und Singer-Songwriter-Hook aufwarten, ohne abschreckend auf den Hörer zu wirken. Ein Track, der einem bereits beim ersten Hinhören im Gedächtnis bleibt, ist auch „I am the narrator“, der mit dem sehr ungewöhnlichen Sample von Camille Saint-Saëns „Aquarium“ aus dem Karneval der Tiere daher kommt. Trotzdem schafft es Ben Drew seine roughen Raps über schmutzige Themen vom Rande der Gesellschaft gezielt darüber zu legen und es zu einem harmonischen Ganzen werden zu lassen. So fügen sich auch nahezu alle anderen Tracks ideal in das Gesamtkonzept ein und sorgen beim Hörer für die passenden Bilder im Kopf, die mindestens teilkongruent zu den Filmszenen sein werden. Eines der absoluten Highlights des Albums ist übrigens „Pity the plight“ mit John Cooper Clarke. Es kommt unheimlich energiegeladen rein und berührt die emotionale Ebene des Hörers auf Anhieb.

Auf der Suche nach negativen Aspekten dieser Platte geriet man spätestens bei der Halbzeit ins Stocken, als sich die anfangs sehr schaurigen, emotionalen und atmosphärischen Skits als Sneakpeaks diverser Filmszenen entpuppen. Nicht, dass sie dadurch weniger emotional wären, aber es macht sich doch schon ein ernüchterndes Gefühl breit, als man merkt, dass es gleich 15 Stück hintereinander sind, die das Album mehr oder weniger zu einer elf Track starken LP plus zwei Remixe degradieren.

Nichtsdestotrotz ist der vierte Solo-Streich des smarten Briten ein gelungenes Feuerwerk an emotions- und energiegeladenen Titeln mit roughen Styles und dunklem Storytelling, auf denen er seine musikalische Vielseitigkeit und sein Talent unter Beweis stellen kann. Kein Wunder, dass er in Großbritannien bereits auf Platz 1 gechartet ist.


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